Madeira nennt sich nicht ohne Grund die Insel des ewigen Frühlings — subtropische Wärme und die feuchte Atlantikluft lassen hier fast alles wachsen, vom Himalaya-Rhododendron bis zur afrikanischen Strelitzie. Hier sind die zehn Gärten, für die es sich wirklich lohnt, Zeit einzuplanen, gereiht nach dem, was sie bieten.
1. Monte Palace Tropical Garden
Der Monte Palace ist Madeiras vollständigstes Gartenerlebnis — 70.000 Quadratmeter am Hang oberhalb von Funchal, die einen orientalischen Garten, einen mit Koi besetzten See, eine Wand aus portugiesischen Azulejo-Kacheln, einen Spazierweg durch den Lorbeerwald (Laurisilva) und ein Museum mit über 700 Mineralien und Halbedelsteinen vereinen. Man erreicht ihn bequem mit der Monte-Seilbahn von der Altstadt aus, und die tägliche Mittagsvorstellung „Music at the Monte" am zentralen See ist ein guter Grund, den Besuch auf die Mittagszeit zu legen.
2. Jardim Botânico da Madeira
Funchals Botanischer Garten liegt auf Klippenterrassen oberhalb der Stadt, mit mehr als 2.500 exotischen und einheimischen Arten in dicht bepflanzten, farbenfrohen Beeten — der geometrisch angelegte Kaktus- und Sukkulentenbereich sticht besonders hervor. Der Blick zurück über Funchal und die Bucht gehört zu den besten kostenlosen Aussichtspunkten der Insel, auch wenn der Garten selbst Eintritt verlangt. Er liegt nur einen kurzen Fußweg vom Orchideengarten und der Seilbahnstation entfernt, sodass sich beide gut kombinieren lassen.
3. Palheiro Gardens (Quinta do Palheiro)
Palheiro ist das Gegenstück zum Monte Palace: ein englisch anmutender Landschaftsgarten 500 Meter oberhalb von Funchal, angelegt mit formalen Blumenbeeten, weiten Rasenflächen, Waldwegen und einer der besten Kameliensammlungen Europas. Er wurde über zwei Jahrhunderte von der Familie Blandy entwickelt, bekannt durch den Madeirawein, und wirkt bis heute eher wie ein privates Anwesen als ein Touristenziel — man kommt hierher ebenso sehr wegen der Ruhe wie wegen der Pflanzen.
4. Jardim Orquídea (Orchideengarten)
Ein kleiner, dicht bepflanzter Gewächshausgarten wenige Minuten vom Botanischen Garten entfernt, mit mehreren hundert Orchideenarten und -hybriden sowie Anthurien, Bromelien und fleischfressenden Pflanzen. Er ist kompakt genug, um ihn in einer halben Stunde richtig zu sehen, was ihn eher zu einem einfachen Zusatzstopp als zu einem eigenständigen Ziel macht.
5. Garten der Quinta das Cruzes
Versteckt hinter Funchals Altstadt liegt der Garten des Museums Quinta das Cruzes, ein ruhigerer, etwas verwilderter Ort, übersät mit archäologischen Steinfunden — geschnitzte Fensterrahmen und Türportale, gerettet aus abgerissenen historischen Gebäuden der Stadt — unter einem Blätterdach aus Drachenbäumen und Orchideen. Die richtige Wahl für alle, die Gärten ohne den Trubel von Monte oder dem Botanischen Garten erleben möchten.
6. Jardim Municipal do Funchal
Der Stadtgarten an der Avenida Arriaga ist klein, kostenlos und genau dort, wo die Einheimischen wirklich sitzen — von Palmen gesäumte Wege, ein Musikpavillon und Schatten fünf Minuten von der Kathedrale entfernt. Einen ganzen Nachmittag füllt er nicht, aber er lässt sich von allen Gärten dieser Liste am einfachsten in einen Spaziergang durch die Altstadt einbauen.
7. Jardim de Santa Catarina
Ein größerer, kostenloser Park auf einer Klippe zwischen Altstadt und Marina, mit Meerblick über die Bucht von Funchal, einem kleinen See, einer Kapelle und wechselnden Blumenbeeten. Weniger kuratiert als die botanischen Gärten weiter oben am Hang, aber die Lage — ein direkter Fußweg vom Hafen — macht ihn zum natürlichen Stopp vor oder nach einer Bootstour.
8. Quinta Jardins do Lago
Ein Hotelgarten mit tropischer Bepflanzung, der auch für externe Besucher offen ist, angelegt um eine Kanone aus dem 18. Jahrhundert und mehrere Teiche, und der es mit den kostenpflichtigen Gärten in der Nähe durchaus aufnehmen kann. Weniger bekannt als das nahegelegene Palheiro, aber einen Besuch wert, wenn man ohnehin in diesem Teil der Hügel unterwegs ist.
9. Fajã dos Padres
Kein formaler Garten, sondern ein bewirtschafteter — ein schmales Plateau mit Terrassen aus Bananen, Mangos und Weinreben auf Meereshöhe unterhalb 300 Meter hoher Klippen, vor Jahrhunderten von Jesuitenpatern angelegt und bis heute bebaut. Die meisten Besucher erreichen es mit der Seilbahn von der Klippe oben; wir finden den Weg über das Wasser besser, in Schwimmdistanz vom Boot — genau der Stopp, den wir in Chifbays Tagesausflug ab Câmara de Lobos einbauen.
10. Die Waldgärten von Ribeiro Frio
Auf 900 Metern Höhe bei der Forellenzucht bieten Ribeiro Frios kleine Ziergärten Farne, Hortensien und Kamelien in einem völlig anderen Klima als an der Küste — kühl, feucht und beschattet vom einheimischen Lorbeerwald. Weniger ein Zielgarten als eine grüne Pause auf dem Weg zum Aussichtspunkt Balcões, aber der Kontrast zu den Küstengärten dieser Liste lohnt sich auf derselben Reise.
Madeira hat nicht den einen großen Garten — es hat ein Dutzend, jeder geformt von einem anderen Mikroklima, nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt.
Wenn Ihnen nur ein Vormittag bleibt, kombinieren Sie Monte Palace, den Botanischen Garten und den Orchideengarten — sie liegen nur Minuten auseinander am Hang oberhalb von Funchal. Bei mehr Zeit reservieren Sie einen Nachmittag für die Ruhe von Palheiro und einen ganz eigenen Tag für die Terrassen von Fajã dos Padres, die man am besten vom Meer aus sieht.