Neben poncha und bolo do caco wird Queijada da Madeira außerhalb der Insel kaum erwähnt — schade, denn es ist eine der ältesten Süßspeisen, die hier noch gemacht werden. Hier erfahren Sie, was sie eigentlich ist, was sie von der Sintra-Version unterscheidet, die die meisten Besucher bereits kennen, und wo Sie eine finden, die sich zu probieren lohnt.
Was ist Queijada da Madeira?
Es handelt sich um ein kleines, flaches Gebäck — etwa 7 bis 8 cm im Durchmesser und rund einen Zentimeter dick —, bei dem eine dünne Teighülle locker um eine Füllung aus frischem Ziegenmilch-Frischkäse, Zucker und Eiern gefaltet wird. Der Teig selbst ist schlicht: Mehl, Butter, Zucker und Wasser, dünn ausgerollt, damit die Füllung im Mittelpunkt bleibt. Beißt man hinein, ist die Textur weich und leicht körnig statt glatt, mit einer Säure vom Ziegenkäse, die verhindert, dass es wie eine reine Zuckertarte schmeckt. Traditionell isst man sie in wenigen Bissen, stehend am Tresen einer pastelaria mit einem Kaffee, nicht mit Gabel und Teller.
Was steckt eigentlich in der Füllung?
Frischer Ziegenmilch-Frischkäse, hergestellt durch Dicklegen der Milch ohne Reifung, vermischt mit Zucker, Eiern und etwas Mehl zum Binden vor dem Backen. Genau dieser Frischkäse ist der springende Punkt — er unterscheidet Queijada da Madeira von fast jedem anderen portugiesischen Gebäck gleichen Namens. Die Bäcker falten die Teigränder von Hand über die Füllung, statt sie in eine feste Form zu pressen, weshalb keine zwei Queijadas ganz gleich aussehen: Die leicht unregelmäßige, handgefertigte Form gehört zu dem, was ein echtes Exemplar von einer Fabrikkopie unterscheidet.
Wie unterscheidet sie sich von Queijadas de Sintra oder der Azoren-Version?
Sie teilen sich einen Namen und eine gemeinsame Wurzel in der klösterlichen Backtradition, doch damit endet die Ähnlichkeit weitgehend. Queijadas de Sintra, die Version, die den meisten Besuchern des portugiesischen Festlands bereits bekannt ist, verwenden Kuhmilchkäse mit Zimt in einer blätterigeren, butterigeren Kruste. Die Azoren-Queijada verzichtet ganz auf die Teighülle und backt die Cremefüllung direkt in einer kleinen Papier- oder Blechform. Madeiras Version liegt dazwischen — schlichter Teig, kein Zimt und eine deutlich säuerlichere Füllung aus dem Ziegenmilch-Frischkäse. Ein Manuskript aus dem Convent of the Incarnation in Funchal, veröffentlicht 1937 im Historischen Archiv der Insel, führt das Rezept auf dieselbe klösterliche Konditortradition zurück, aus der die meisten klassischen portugiesischen Süßspeisen hervorgingen — so kam es, dass ein einziger Gebäckname im ganzen Land drei wirklich unterschiedliche Dinge bezeichnet.
Wo kann man eine authentische Queijada da Madeira probieren?
Pastelarias rund um Funchal führen sie, und auf dem Mercado dos Lavradores findet man Stände, die sie neben den Blumenfrauen und Obstständen verkaufen. Die frischesten kommen aber meist aus kleineren Nachbarschaftsbäckereien statt aus den touristisch ausgerichteten Cafés an den Hauptplätzen — es lohnt sich, in jedem Dorf nachzufragen, das man gerade durchquert, denn in mehreren ländlichen Gemeinden Madeiras wird Ziegenkäse noch direkt vor Ort hergestellt. Sie halten sich gut ein bis zwei Tage, sodass man sie sich problemlos vor der Fahrt zum Hafen mitnehmen kann.
Was trinkt man dazu?
Ein kleines Glas Madeirawein — ein halbtrockener Bual passt besonders gut — harmoniert schön mit der Säure des Käses, und er behauptet sich auch neben poncha oder einem starken Espresso, so wie ihn die meisten Einheimischen tatsächlich trinken. An Bord unserer Day Trip and Sunset Trip haben wir eine ähnliche Auswahl an lokalen Snacks und Getränken dabei — schafft es die Queijada also nicht auf Ihre Route an Land, wartet meist etwas im gleichen Geist auf dem Boot.
Sie will niemanden beeindrucken. Sie wird nur seit sehr langer Zeit auf dieselbe Art gemacht.
Queijada da Madeira wird auf kaum einer Souvenirliste auftauchen, und genau das macht ihren Reiz aus — es ist ein Gebäck, das die Madeirer tatsächlich essen, nicht eines, das für Besucher gemacht wurde. Wenn Sie eines im Schaufenster einer Bäckerei entdecken, lohnt sich der Umweg.